"Und weil ich vor Verdruß recht müde war dieses Lebens, so kam mir in den Sinn, begehe einen Mord." -Zitat zu Filmbeginn
"Des Teufels Bad" ist ein österreichisch-deutscher Spielfilm des Regisseuren-Duos Veronika Franz und Severin Fiala aus dem Jahr 2024, der diverse Filmpreise, u.a. den Silbernen Bären der Berlinale, gewinnen konnte und als österreichischer Beitrag für die Oscarverleihung 2025 ausgewählt wurde. Der Film thematisiert ein wohl den meisten bisher unbekanntes Phänomen der Neuzeit, und zwar den quasi-Suizid über den Umweg Mord. Diese meist von Frauen an Kindern begangene Taten resultierten aus der damaligen Haltung der Kirche, dass Selbstmord ein unverzeihliches Verbrechen sei, welches per se den "Weg in den Himmel" versperre und den Lebensmüden insofern ewige Höllenqualen drohten. So fanden hier einige Menschen die "kreative" Lösung, einen Mord zu begehen, um an ihr Ziel zu gelangen: dies gipfelte zum einen so gut wie immer mit der Hinrichtung der Delinquenten, zum anderen konnten die geständigen und reuigen Sünder nach der Absolution durch einen Geistlichen als geläuterte Seelen in den Himmel gelangen.
So spielt auch der zweistündige Spielfilm, dessen Handlung in diesem Sinne lose auf historischen Gerichtsprotokollen beruht, in der Zeit um 1750 in einer ländlich-bäuerlichen Gegend in Oberösterreich. Die frischverheiratete Agnes (sehr gut gespielt von Anja Plaschg, die unter dem Namen Soap&Skin Musik kreiert, u.a. auch den Soundtrack zu diesem Film), eine sensible und hochreligiöse junge Frau, fühlt sich in ihrer neuen Umgebung fremd und nicht angenommen, leidet unter der strengen Arbeitsmoral der Schwiegermutter und der Gefühlskälte ihres Mannes. Als ihre Depressionen (damals eben als "Des Teufels Bad" bezeichnet) immer stärker werden und Agnes "fort von dieser Welt" will, sieht sie nur noch einen Ausweg, den des mittelbaren Suizids. Einen wesentlichen Beitrag zu Agnes Entscheidung für diesen Weg liefert unfreiwillig der örtliche Pfarrer, als dieser in einer Messe der anwesenden Gemeinde aufgrund eines kürzlich begangenen Suizids erklärt, dass Selbstmord schlimmer als Mord sei und der Leichnam nicht begraben werden könne.